Georg Philipp Telemann
Kantate am Feste der heiligen drei Könige;Kantate am ersten Pfingstfeiertage; Arie Weigre den schmeichelnden Wollust from the cantata Am Sonntage oculi; Concerto in A minor for flute, cembalo and continuo; Passepied
Valentin Rathgeber
Aria pastorella
Johann Joachim Quantz
Sonata in E minor for flute, violin and continuo

Jana Janků – mezzo-soprano; Lucie Pelíšková – flauto traverso; Veronika Jíchová – violino; Kateřina Schwarzová – viola da gamba; Rastislav Kozoň – oboe; Martin Jakubíček, Eva Tornová, and Vít Bébar – cembalo. Production: M. Holman. Commentary in Czech and English, Lyrics in German and Czech.. Recorded on September 12-14, 2003, in the Auditorium of the Brno University of Technology Center, Brno, Czech Republic. TT: 52:52. DDD, 1 CD Holman Publishing (info@holmanpublishing.com). HHH

Das Barockensemble Musica Poetica ist im Jahre 1998 in Brno als eine
professionelle Gruppe junger Leute entstanden, die sich für historische
Spielweise der alten Musik interessieren. Seine Konzerte konzipiert das
Ensemble vom Anfang an als eine Verbindung der Barockmusik mit der
Barockpoesie.

Ihr Profilalbum erschien im Jahre 2004. Das Album stellt vor allem die Musik
von G. Ph. Telemann vor. Dieser bedeutende deutsche Komponist repräsentiert
einen Stilübergang zwischen dem Barock und dem Klassizismus und er war schon
zu seinen Lebzeiten dafür bekannt, dass er sich in den damaligen
Kompositionstechniken gut orientierte und das er sie in seiner Musik zu
gebrauchen wusste.

Den Rahmen der CD bilden zwei Telemanns Kantaten aus dem Zyklus Harmonischer
Gottesdienst. Die erste: Kantate am Feste der heiligen drei Könige hat einen
freudevollen Charakter, die zweite: Kantate am ersten Pfingstfeiertage
enthält negative Affekte. Die Sängerin Jana Janků interpretiert diese
negativen Affekte mit hervorragender Präzision und auf dem ganzen Album kann
man ihre Sorgfalt erkennen, den gesungenen Text immer maximal zu beachten.
Der Text ist auch im Booklet zu finden, mit tschechischer Übersetzung. Die
Stimmfarbe von Jana Janků ist wohlklingend, sie meistert problemlos auch die
anspruchsvollen Koloraturen. Au?er den zwei Kantanten ist noch eine
Komposition von Telemann auf dem Album zu hören: die Arie Weigre den
schmeichenlnden Wollust aus der Kantate Am Sonntage occuli. Die Aufnahme
enthält auch Instrumentalmusik. Vor allem ist es das Meisterstück Konzert a
moll für Flöte, cembalo und Continuo von J.J. Quantz, das ohne Zweifel zu
den besseren Stücken aus dem Nachlass von Quantz gehört. In dieser
Komposition tritt vor allem die Kunst von Lucie Pelíšková (Flöte) hervor,
deren sichere Technik, schöne Klangfarbe und vor allem reife
Interpretationskunst beweisen, das sie zur Spitze auf der tschechischen
Musikszene gehört. Sie unterstützt hervorragend in allen vokalinstrumentalen
Kompositionen die Mezzosopranistin. Eine zukunftsvolle Leistung ist auch von
der Violinspielerin Veronika Jíchová (Quantz) zu hören, der Oboespieler
Rastislav Kozoň (in der Schlusskantate von Telemann) ist wie erwartet
exzellent. Das Album enthält auch zwei kurze Kompositionen für Cembalo.
Passepied von Telemann und Aria pastorella von V. Rathgerber. Der
Cembalospieler Vít Bebar erzielte bei ihrer Interpretation den zukommenden
Schwung und Witz.

Musica Poetica Brno beweist, dass es zu den hervorragenden tschechischen
(eigentlich mährischen!) Ensemblen gehört, die sich der Interpretation der
alten Musik widmen. Ich hoffe, dass sie den Weg zu den Prachten der
Barockmusik erfolgreich fortsetzen.

Jana Perutková, Zeitschrift Harmonie 2/2006